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Presse-Reaktionen |
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"Petra" Dezember 2002
Sie können hier den
Volltext des Artikels lesen.

Und
dabei liebe ich euch beide: Sex mit der Ex
Er wollte nur schnell rüberfahren zu ihr und seine restlichen Sachen
aus der gemeinsamen Wohnung holen. Es ist ein Uhr vierzig, Sie stehen
am Fenster und warten. Sie fürchten, dass ein Unglück passiert ist.
Auf der Straße. Oder mit einem vertrauten Körper im Bett.
Frisch getrennte Männer sind häufig noch heiß auf die Ex – eine
reale Bedrohung, an der sich schon manche Frau die Finger verbrannt
hat. Christian Hemschemeier: „Wenn man das Gefühl hat, man ist nur
eine Art ,Parkbeziehung‘, sollte man sehr genau hinschauen.“ Wenn
Sie in einen Kerl mit ganz frischen Altlasten verliebt sind, brauchen
Sie einen langen Atem – und genügend Selbstachtung, um ihn im Wiederholungsfall
konsequent abzusägen.
Doch machen Sie sich eines klar: Sex mit der Ex ist zwar der Super-GAU,
die schlimmsten Horrorszenarien werden aber nicht im Schlafzimmer
der vermeintlichen Rivalin Wirklichkeit, sondern in Ihrem eigenen
Kopf. „Unguten Phantasien können Sie meistens die Nahrung entziehen,
indem Sie diese Frau kennen lernen“, rät Hemschemeier, „dann wird
sie vom Phantom zum Wesen aus Fleisch und Blut. Mit dem lässt es
sich leichter leben.“
Im Idealfall gewinnen Sie sogar eine Freundin dazu, wie die Geschichte
von Claudia und Stefanie zeigt. Ansonsten haben Sie sich wenigstens
gegen die Geister der Vergangenheit gewappnet. Denn die entstehen
meistens erst, indem man sie heraufbeschwört.
Verena Carl
Ex-Partner – Segen oder Fluch?
Im Auftrag von PETRA befragte das Forsa-Institut 1001 Männer und
Frauen, die in einer festen Beziehung oder Ehe leben: Wie gehen
Sie mit den Verflossenen Ihres
Lebensgefährten bzw. Ihrer Lebensgefährtin um? Das repräsentative
Ergebnis: Über ein Drittel aller Deutschen haben an der Vergangenheit
Ihrer Partner zu knabbern.
Aussage 1: Ich finde es grundsätzlich positiv, wenn mein(e) Partner(in)
noch mit seinem/seiner Ex befreundet ist:
Insgesamt: 27%
Männer: 24%
Frauen: 30%
18 bis 29 Jahre: 43%
30 bis 44 Jahre: 35%
45 bis 59 Jahre: 24%
60 Jahre und älter: 15%
Aussage 2: Die Vergangenheit interessiert mich nicht, und ich will
nicht, dass er/sie Kontakt zu früheren Geliebten hat:
Insgesamt: 18%
Männer: 19%
Frauen: 16%
18 bis 29 Jahre: 18%
30 bis 44 Jahre: 18%
45 bis 59 Jahre: 18%
60 Jahre und älter: 16%
Aussage 3: Ich kann es meinem/ meiner Partner(in) nicht verbieten,
den/die Ex zu treffen, aber es verletzt mich:
Insgesamt: 17%
Männer: 18%
Frauen: 17%
18 bis 29 Jahre: 26%
30 bis 44 Jahre: 17%
45 bis 59 Jahre: 18%
60 Jahre und älter: 11%
Alternative: Nichts davon *:
Insgesamt: 30%
Männer: 31%
Frauen: 29%
18 bis 29 Jahre: 12%
30 bis 44 Jahre: 25%
45 bis 59 Jahre: 30%
60 Jahre und älter: 46%
*an 100 Prozent fehlende Angaben= "weiß nicht"/k.A.
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"Petra" September 2001 - Artikel
"Die Akte EX" im Volltext
Sie
sind nicht die erste Frau, die er liebt – kein Problem, Sie kommen
ja auch nicht aus dem Kloster. Schwierig wird’s, wenn seine Verflossene
Ihr gemeinsames Leben stört. Ein PETRA-Report über das Leben mit
einem Phantom.
Sie können diese Frau nicht leiden, obwohl sie Ihnen nichts getan
hat. Sie fürchten sich vor ihr, obwohl Sie noch nie ein Wort mit
ihr gewechselt haben. Und Sie sind eifersüchtig auf sie, ohne sie
zu kennen: die Ex Ihres Liebsten. Schließlich hat sie früher mit
ihm das Bett geteilt, ist mit ihm in den Urlaub gefahren und hat
seinen Hund gebadet.
Klar: An guten Tagen stehen Sie da meilenweit drüber. Schließlich
sind auch Sie kein unbeschriebenes Blatt, und Sie wissen aus eigener
Erfahrung, wie sich Gefühle wandeln. Doch an schlechten Tagen ertappen
Sie sich plötzlich bei rabenschwarzen Gedanken: Trauert er ihr etwa
heimlich nach? Hatte er mit ihr mehr Spaß im Bett? Und bin ich für
ihn nur ein schlechter Ersatz?
Für solche Empfindungen muss sich niemand schämen. „Eifersucht auf
die Vergangenheit ist ein ganz natürliches Gefühl“, sagt der renommierte
Paartherapeut Christian Hemschemeier (Info: http://www.hemschemeier.de/).
Denn je älter wir werden, desto mehr Vergangenes schleppen wir mit
uns herum. Das Bettzeug, das wir einmal mit jemand anderem geteilt
haben, aber auch die Narben von verletzenden Worten. Hemschemeier:
„Wir werden immer bevölkerter.“ Und so mancher macht sein Herz zur
Sondermülldeponie, auf der jede neue Liebe vergiftet wird. Mal wird
die Verflossene zur Heiligen stilisiert, mal verdammt und verflucht.
Wir haben sie unter die Lupe genommen: die vier häufigsten Konstellationen,
die eine Partnerschaft belasten können – und wir verraten, wie man
am besten mit den Geistern aus der Vergangenheit zurechtkommt.
Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder: Wenn er seine Ex Immer
noch vergöttert
Die Liebe seines Lebens hat er schon vor Jahren gefunden – und wieder
verloren. Alle anderen Frauen sind nur blasse Abziehbilder von ihr,
seiner unantastbaren Göttin. Dass die ihn damals nicht nur mit Zärtlichkeit
umsorgt, sondern auch mit Wutausbrüchen zur Weißglut gebracht hat,
bis er einfach nicht mehr konnte – vergeben und, vor allem, vergessen.
Gegen eine rosarot verklärte Vergangenheit zu bestehen ist nicht
leicht. „Besonders, wenn jemand eine sehr leidenschaft-liche Beziehung
hinter sich hat, ist es häufig schwer, sich umzustellen. Bewusst
sucht derjenige dann zwar nach einer Partnerin, mit der er ein friedlicheres
Leben führen kann, unbewusst sehnt er sich aber nach dem Drama“,
diese Erfahrung hat Christian Hemschemeier häufig in seiner Praxis
gemacht. Klar, dass die Neue sich zurückgesetzt fühlt. Heike Olbrich,
Autorin des Buches „Die Verflossenen“: „Wenn Frauen das Gefühl haben,
nur zweite Wahl zu sein, nehmen viele an sich selbst plötzlich Defizite
wahr.“ Selbstzweifel helfen aber nicht weiter: Den Vergleich mit
einer perfekten Phantasie-Frau kann sowieso kein realer Mensch bestehen.
Machen Sie ihm stattdessen klar, dass Sie nicht sein seelischer
Mülleimer sind. Und dass Ihre neue Liebe nur eine Chance hat, wenn
er selbst daran glaubt und Sie nicht am ausgestreckten Arm verhungern
lässt. Wälzt er sich weiter im Unglück, dann hilft irgendwann nur,
einen Schluss-Strich zu ziehen. Hemschemeier: „Manche Menschen drücken
sich vor echter Nähe, indem sie die Vergangenheit glorifizieren.“
Wahrscheinlich wird er Ihrer Nachfolgerin erzählen, Sie seien die
Liebe seines Lebens gewesen. Aber das ist dann nicht mehr Ihr Problem.
Alles
Schlampen, ausser Mutti:
Wenn er kein gutes Haar an seiner Ex lässt
Die Alte war ein Luder. Nur aufs Geld aus, nie da, wenn er sie brauchte,
von einem Tag auf den anderen über alle Berge. Er ist überzeugt: Frauen
sind fies, ekelhaft und niederträchtig. Und jetzt beweisen Sie ihm
erstmal das Gegenteil!
Im ersten Moment mag es erleichternd sein, wenn Ihr neuer Süßer über
seine letzte Liebe herzieht – diese Frau ist keine Konkurrenz, auch
nicht in seinem Kopf. Erst später fragt man sich: Was hat der eigentlich
für ein Frauenbild? „Wer dauernd über seine Verflossene herzieht,
steckt noch mit einem Fuß in der Beziehungsfalle“, glaubt Heike Olbrich.
Denn er hat seine – vielleicht berechtigte – Wut noch nicht überwunden.
Vor allem wenn er der Verlassene ist, lässt er die neue Freundin ausbaden,
was die ehemalige ihm angetan hat. Spielen Sie dieses Spiel nicht
mit. Machen Sie ihm klar, dass wir aus unseren Beziehungen nie nur
Verletzungen mitnehmen, sondern immer auch Gutes. Und dass die Geschichte
wahrscheinlich ganz anders klänge, wenn seine Exfreundin sie selbst
erzählen würde.
Die wunderbare Ex: Wenn Sie seine engste Vertraute ist
„Simone hat gesagt, ich soll das Angebot der Konkurrenz unbedingt
annehmen“, sagt er und zeigt Ihnen einen neuen Arbeitsvertrag. Und
dabei dachten Sie, er fühlte sich wohl bei der alten Firma. Mal wieder
hat er über einen wichtigen Schritt nicht mit Ihnen gesprochen, sondern
zuerst mit seiner besten Freundin. Und die ist zugleich seine alte
Liebe.
Klar, es ist eine feine Sache, wenn zwei Menschen es schaffen, ihre
Beziehung auf einer anderen Ebene weiterzuführen. Es zeugt von Reife,
dass er seine Ex nicht verdammt und schlecht macht. Aber wenn er Simones
Meinung mehr schätzt als Ihre, fühlen Sie sich zurecht etwas überflüssig.
Der eleganteste Weg aus dem Dilemma: Interessieren Sie sich für seine
Belange, und zeigen Sie ihm, dass Sie eine gute Ratgeberin sind. Dann
wird er Sie von selbst mehr ins Vertrauen ziehen.
Probleme kann auch bereiten, dass die Expartner durch die gemeinsame
Zeit stark verbunden sind, während die eigene Beziehung noch ein unbeschriebenes
Blatt ist. Heike Olbrich rät: „Versuchen Sie sich nicht mit der Vergangenheit
zu messen, sondern schaffen Sie neue, starke Erlebnisse, die nur Sie
beide teilen.“ Vielleicht hat er seine Ex durchs Diplom gebracht und
sie ihm beim Tod seines Vaters beigestanden – aber dafür sind Sie
vielleicht die erste Frau, mit der er sich eine gemeinsame Wohnung
sucht.
A
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